2025
Jetzt kann uns nichts mehr aufhalten, wir fahren in den Süden. Spanien, Portugal, Marokko, Hauptsache Sonne, das sind unsere Ziele. Wir haben etwa 7 Wochen Zeit, da geht was. Erstes Ziel ist ein Strand im Süden Spaniens, Martin, Axel und Gesa warten schon auf uns. Wir entscheiden uns die Autobahn in Frankreich zu nehmen. Der Ernst ist keine 3 Meter hoch und so fahren wir in der Kategorie zwei, die noch bezahlbar ist. Wir fahren recht zügig durch und ich freue mich einfach nur wie der Ernst rennt. In der Nähe von Aguilas stellen wir uns neben viele anderen Wohnmobile an den Strand. Es gibt sie noch, Strände wo Urlauber von der Polizei unbehelligt stehen dürfen. Das wissen viele und so ist der Strand voll, allerdings hat jeder mehr Platz wie auf irgendeinen Campingplatz. Man fährt ein paar Meter zu einem neuen Stellplatz wo es frisches Wasser gibt und es eine Entsorgungsstation. Ich denke aber das hier kann kein Dauerzustand sein. Es sind nicht die selbst ausgebauten kleinen Camper, nein es sind die fetten, neuen Häuser auf Rädern zum Teil mit Anhänger. Natürlich profitieren viele Gaststätten und Geschäfte von den Campern aber viele Einheimische stören sich an den Massen an Wohnmobilen. Da und dort wurde auch schon mal ein Platz geräumt aber so lange keine schmerzhaften Strafen verlangt werden kommen sie wieder. Eine vernünftige Lösung sollte her, mit der alle leben können, sonst stehen ganz viel edle Wohnmobile in den Kleinanzeigen!
Wir genießen das warme Wetter und sind den ganzen Tag draußen. Axel hat zwei Motorräder dabei und wir hatten wohlweislich zwei Helme mitgenommen. Aus ein paar Tagen wurden drei Wochen und unser Plan war keiner mehr. Die Tage vergingen wie im Flug. Mopedfahren, gutes Essen, Ausflüge, Einkaufen und kilometerlange Spaziergänge am Strand, wie schön kann das Leben sein. Freitags gibt es in Garrucha einen Markt, da können wir auch mal den Waschsalon in Anspruch nehmen und am Sonntag Villaricos, da laufen wir hin. Natürlich gibt es im Cafe ein Tostado und Cafe con Leche descafinado. In der Gegend gibt es einiges zu bestaunen, wie zum Beispiel Mojacar, die weiße Stadt. Mit den Mopeds fahren wir auch die Küste entlang und erinnern uns gerne an die Gegend um San Jose, wo wir jahrelang im Winter Urlaub mit den Enduros gemacht haben.
Wir lernen Ulli und Sybille mit ihrem Reisebus kennen und Kurt und Peter mit ihrem 12 Meter Wohnmobil mit Anhänger. Wir haben echt viel Spaß und sind eine klasse Truppe. Unser Ernst wirkt wie ein Kleinwagen zwischen den Häusern auf Rädern, allerdings wenn es abends in ein Restaurant geht sind wir alle froh im kompakten, wendigen zuhause unterwegs zu sein.
Irgendwann sind Gesa und Axel auf dem Weg nach Deutschland und wir wollen zumindest etwas weiter, schließlich steht noch der Besuch von unseren Freunden aus Argentinien an, die inzwischen in Spanien leben. Unterwegs machen wir Halt in Nerja, eine wunderschöne Stadt mit dem Balcon de Europa und netten Gassen zum schlendern. Ein Geschäft mit handgemachten Tellern und Tassen und schon hat Ellen wieder diesen Gesichtsausdruck…. Die Garage vom Ernst ist ja groß.
Nachfolgend ein paar Eindrücke aus dem schönen Spanien.
Wir haben von einer alten Olivenmühle gehört. In der Nähe von Tabernas liegt die Oro del desierto Mühle. Wir schauen uns das schöne Gebäude an und verkosten verschiedenste Olivenöle. Das diese Mühle weltweit Preise abräumt macht die Entscheidung nicht einfacher welches Öl wir mitnehmen. Einfach auf ein Stück Weißbrot mit etwas Salz und wir sind happy. Es gibt auch ein exklusives Restaurant was wir uns nur anschauen.
Das nächste Ziel ist der Caminito del Rey. Ein Canyon, der nur über an die Felswand geschraubte Stege passierbar ist. Nach etwas komplizierten Zugang und Ticketkauf sind wir unterwegs. Eine faszinierende Schlucht und ein einzigartiges Erlebnis lohnt jeden Meter. Am Ende des Tages sind wir etwa 8 Kilometer gelaufen und haben keinen Meter bereut auch wenn wir morgens bei 3 Grad und Nebel gestartet sind.
Jetzt ist es nicht mehr weit nach El Puerto de Santa Maria in der Nähe von Cadiz. Wir stellen uns wieder zu den zahlreichen Wohnmobilen an den schönen Strand und melden uns bei Diego und Nachi. Beide Familien haben hier ihr neues zuhause gefunden, während und auch schon vor Corona war es in Argentinien immer schwieriger das Leben zu gestalten. Beide Familien haben schulpflichtige Kinder und durch ihre Großeltern noch eine spanischen Pass. Wir werden abgeholt und Diego zeigt uns voller Stolz eine seiner Empanaderias Argentina. Es bleibt nicht nur beim Schauen, ruckzuck steht eine Teller voller aufgeschnittener Empanadas vor uns und wir haben die schwere Aufgabe die besten der 19 Sorten herauszuschmecken. Wir haben schon in Argentinien gemeinsam Empanadas gemacht, schön dass er und seine Familie jetzt davon leben können.
Nachi ist als Bauingenieur in der Baubranche tätig und sie haben zusätzlich ein altes Stadthaus zu einem Hotel umgebaut.
Das Klavier in ihrem Haus steht nicht still, die ganze Familie ist sehr musikalisch und es macht Spaß zuzuhören. Nachi lädt uns für den nächsten morgen zu einem Bootsausflug mit seinem Segelboot ein. Können wir da widersprechen? Das Wetter passt und so wird erst der Motor als Antrieb genutzt um später das Segel zu hissten und lautlos übers Wasser zu gleiten. Das Stahlboot gefällt uns sehr, innen eine schöne Kabine für bis zu 6 Personen. Amadeus ist mit seinen 8 Jahren schon ein erfahrener Fischer und holt auch einen ordentlichen Fisch ins Boot. Den Tag haben wir sehr genossen und nochmal vielen Dank für den schönen Ausflug.
Am nächsten Tag laufen wir zum Hafen und nehmen die kleine Fähre nach Cadiz. Cadiz ist eine wunderschöne Stadt mit vielen kleinen Gassen, schönen Plätzen und Restaurants. Den ganzen Tag lassen wir uns mit dem Handy in der Hand durch die Stadt treiben, es gibt so viel zu sehen.
Nach ein paar Tagen ist es wieder soweit und wir verabschieden uns und hoffen uns bald wieder zu sehen.
Schön war es
6500 problemlose Kilometer und die Lust den nächsten Winter wieder im warmen zu verbringen. Der Ernst bekommt noch den spanischen Staub abgewaschen und freut sich auf neue Abenteuer.